Seminar zu Bäderkunden im WiSe 25/26
Im WiSe 2025/26 fand an der Uni Münster ein Seminar für Master- und Bachelorstudierende unter der Leitung von Antje Dammel statt. Die Gattung wurde exemplarisch anhand des in unserem Projekt erstellten Korpus analysiert und unter versch. thematischen Gesichtspunkten in den Blick genommen: Wie werden Instruktionen versprachlicht? Wie wird auf Körper und Krankheiten referiert und wie werden diese damit konzeptionalisiert? Warum und mit welchen Mitteln wird auf Personen referiert? Die Studierenden widmeten sich dann in Gruppen einem Schwerpunkt und führten eine eigene Projektarbeit durch und stellte diese dann im Seminar vor. Unter folgendem Link sind die Präsentationen einsehbar: https://uni-muenster.sciebo.de/s/fYBWBBHYAR8bwzp Passwort: Bäderkunde Die Präsentationen bearbeiten folgende Themen: Verwendung von attributiven AdjektivenHeilwirkung des BadesPerspektivierung und Stancetaking mit Pronomen+ModalverbNominale Referenz auf weibliche PersonenHerkunft des WassersPronominale Selbstreferenz in den Vorreden
Korpus
Pesttraktate und Bäderkunden werden mit INCEpTION als Korpus aufbereitet und nach Projektlaufzeit öffentlich verfügbar gemacht. Die formalen Annotationen (Normalisierung, Lemma, PoS) werden gerade Korrektur gelesen, die funktionalen Annotationen sind im Gange. Die anderen Textsorten wurden genutzt, um man-Belege zu extrahieren, die dann in Excel annotiert werden. Informationsvermittelnde Gattungen Pesttrakte[ohne Autor] Wahrhaftige Arznei wider die Pestilenz. Erfurt 1494.Jodokus Willich: Wie man denen helffen sol, welche mit der pestilentische gifft begriffen seind. Frankfurt (Oder) 1550.Giovanni Giovano Pontano: Bericht was man in den schweren Pestilentzleufften gebrauchen sol. Leipzig 1585.Paul Hepner: Nothwendiger Bericht wie man sich vor der Pest präserwiren soll. Olsse 1623.Martin Heer: Kurtzer Bericht Wie sich Hauß-Väter und Mütter auch iedermänniglich in dieser ge-fährlichen Pest-Zeit verhalten und mit Artzneyen versorgen soll Görlitz 1680.Medizin. Fakultät Univ. Erfurt: Nohtwendige Vorsorge und Anweisung/ Wie/ Rechst Göttlicher Verleihung/ die vieler/ auch ettlicher naher/ Orten grasirende Pest-Seuche Durch Artzney- und andere Mittel müglichst zuverhüten Auch bedürffenden Falls zu curiren sey. Erfurt 1680.Heinrich Steinhöwel: Ordnung der Pestilenz. Ulm...
Vortrag bei GiesKaNe-Tagung
Ende Mai hielt Antje Dammel einen Vortrag zum Thema „(Wie) Interagiert funktionale Schichtung mit Domäne und Konzeption? Eine Exploration in GiesKaNe an wohl und man/ein.“ auf der Tagung des DFG-Projekts GiesKaNe – Syntaktische Grundstrukturen des Neuhochdeutschen (https://gieskane.com/) unter der Überschrift Grammatik des Neuhochdeutschen zwischen Gegenwart und Geschichte (https://gieskane.com/tagungen/) Organisation: Vilmos Ágel/Mathilde Hennig.
Gastvorträge in Berlin und Hamburg
Im April und Mai haben wir unser Projekt und erste Ergebnisse an den Unis in Berlin und Hamburg vorgestellt. Antje Dammel war am 22.4. mit einem Vortrag „Praktiken der Personenreferenz diachron: Einblicke in historische Verwendungsspektren des Pronomens man“ im Sprachhistorischen Kolloquium HU Berlin zu Gast. Nur kurze Zeit später präsentierte Laura Duve im Forschungskaleidoskop in Hamburg (https://www.slm.uni-hamburg.de/germanistik/forschung/veranstaltungen/forschungskaleidoskop.html). Das Forschungskaleidoskop bietet neben öffentlichen Vorträgen eine Wahlpflichtveranstaltung für Studierende und gab uns so die Möglichkeit unser Projekt dem wissenschaftlichen Nachwuchs nahe zu bringen.
Präsentation bei der HiSoN-Jahrestagung in Zürich
Vom 5.-7. Juni findet an der Universität Zürich die Jahrestagung des Historical Sociolinguistic Networks unter dem Thema "Diversity and uniformity across time and space" statt. Wir werden mit unserem Projekt mit einer Präsentation vertreten sein und erste Ergebnisse bezüglich genrespezifischen und genreübergreifenden Verwendungen von man in Komödien, Zeitungen und Hexenverhörprotokollen vorstellen.
Projektseminar „Personenreferenz in der deutschen Sprachgeschichte und Gegenwartssprache“ an der Uni Münster und Duisburg/Essen
Im vergangenen Wintersemester fand ein Co-Teaching-Seminar "Personenreferenz in der deutschen Sprachgeschichte und Gegenwartssprache" statt, das von Antje Dammel (U Münster) und Melitta Gillmann (U Duisburg-Essen) geleitet wurde. Das Projektseminar schloss mit einer gemeinsamen studentischen Abschlusstagung in Münster ab, in der die Studierenden die Ergebnisse ihrer empirischen Studien vorstellen konnten.
Nach der Transkription ist vor der Normalisierung
Ein Teilziel unseres Projekts ist es ein kleines Korpus von Pesttraktaten und Bäderkunden aus dem 15.-17. Jh. zu erstellen, das auch für andere Forschungsinteressen verfügbar gemacht werden wird. In diesem Beitrag geben wir einen kleinen Einblick in die Korpuserstellung und unseren aktuellen Stand.
Panel „Pronomengebrauch und Stance Taking“ bei der DGfS-Tagung 2024
Vom 28.2.-1.3.24 fand die Jahrestagung der DGfS (Deutsche Gesellschaft für Sprachwissenschaft) an der Ruhr-Universität Bochum unter dem Thema "Sprache und Einstellung" statt. Passend zu diesem Überthema wurde in einem Panel das für die Forschungsgruppe wichtige Konzept des Stance Taking in den Blick genommen und in sowohl inhaltlich auch methodisch sehr vielfältigen Beiträgen der Fragen nachgegangen, inwiefern Pronomen dazu beitragen Stance zu markieren. Auch unser Projekt war mit einem Vortrag in Kooperation mit dem Projekt in Hamburg vertreten.